Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechts-, Steuer- oder Förderberatung dar. Maßgeblich sind ausschließlich die jeweils gültigen Gesetze, Verordnungen und die offiziellen Veröffentlichungen der zuständigen Stellen (insbesondere des zuständigen Bundesministeriums und der zuständigen Behörde). Angaben erfolgen ohne Gewähr; der Stand kann sich jederzeit ändern.
Jeder der Energie kostengünstig kaufen will, stößt früher oder später auf die Frage: Ist es besser den Börsenpreis mitzugehen oder einen fixen Preis beizubehalten?
Zu beiden Möglichkeiten lässt sich eine plausible Erklärung finden. Wichtig ist die Mechanik dahinter zu verstehen, um sie entsprechend auf seine Situation einschätzen zu können.
Was ist ein dynamischer Stromtarif?
Bei einem dynamischen Stromtarif gibt es keinen festen Arbeitspreis je Kilowattstunde, sondern er passt sich dem aktuellem Börsenstrompreis (Spotmarkt) an. Der Börsenstrompreis wird seit Oktober 2025 alle 15 Minuten ermittelt (zuvor jede Stunde). Anbieter dynamischer Stromtarife kaufen kurzfristig im Day-Ahead-Handel an der Strombörse EPEX Spot ein. Die viertelstündlichen Preisänderungen aus dem Stromhandel erfahren die Abnehmer am Vortag, entweder im Onlineportal oder per App.
Was ist der Spotmarkt?
Auf diesem Markt werden Strom und Gas in Echtzeit gehandelt, was ihm eine zentrale Rolle auf dem Energiemarkt verleiht. In diesem speziellen Markt werden kurzfristige Lieferverträge für Strom und Gas gehandelt. Die Kurzfristigkeit hat zur Folge, dass es sich um einen sehr dynamischen Markt handelt. Die Preise für die zwei Energieformen ändern flexibel und tagesabhängig. Für ein optimales Endenergiemanagement ist es auf dem Spotmarkt Gas möglich, kurzfristig Energie zu kaufen und zu verkaufen. Dadurch haben Unternehmen die Möglichkeit, ihre Energiekosten effizient zu steuern und zu kontrollieren.
Der Markt hat sich in den vergangenen Jahren immer weiterentwickelt und ermöglicht den Nutzern eine direkte Kauf- oder Verkaufsmöglichkeit. Alle Nutzer können direkt miteinander handeln, ohne dass eine dritte Partei involviert ist und entsprechende Mehrkosten verursacht.
Der Spotmarkt bietet eine perfekte Möglichkeit, Energieprodukte schnell und kostengünstig zu handeln, u.a. für Strom und Gas.
Welche Vorteile bildet der Spotmarkt?
Dieser Markt bietet oftmals günstigere Preise als herkömmliche Bezugsquellen. Das bedeutet, dass man mehr Energie zu günstigeren Preisen erhalten kann. Man kauft die benötigte Energie zu einem im Vorfeld bestimmten Preis. Dadurch erzielt man eine volle Kostenkontrolle. Besonders interessant ist es, dass sich die benötigte Energiemenge bedarfsgerecht und individuell anpassen lässt.
Im Falle von Strom beispielsweise, ist die Gewinnung von erneuerbaren Energien stark vom Wetter abhängig. Es ist ratsam, einen erfahrenen Stromversorger wie beispielsweise einen Direktvermarkter an seiner Seite zu haben, der den Handel am Sportmarkt übernimmt.
Welche Risiken bilden sich durch den Spotmarkt?
Die größte Stärke des Spotmarkts ist seine flexiblen Preise, welche auch gleichzeitig das größte Risiko bilden kann.

Abbildung 1: Beispielhafter Vergleich: Dynamischer und klassischer Stromtarif (Quelle: ADAC, BDEW, EPEX Spot)
Die Energiepreise unterliegen einer großen Schwankungsbreite. Die Nutzer müssen kurzfristig und individuell darauf reagieren. Da die Preise nur für einen kurzen Zeitraum stabil angeboten werden, ist ein regelmäßiges Beobachten und ein zeitnahes Agieren notwendig.
Zahlreiche Faktoren beeinflussen die Spotpreise auf dem Markt. Gibt es in der Erzeugungsleistung Schwankungen, ob konventionelle oder erneuerbare Energiequellen, schwanken auch die Preise auf dem Spotmarkt. Besonders verursachen Kriege, Lieferengpässe oder Infrastrukturschäden hohe Schwankungen. So sind im Jahr 2022 z.B. die Spotpreise derart angestiegen, dass zahlreiche Betriebe existenziell bedroht waren oder sogar aufgeben mussten.
Was ist der Terminmarkt?
Beim Terminmarkt werden Geschäfte für einen bestimmten Zeitraum gehandelt. Die Vertragsparteien verpflichten sich zur gegenseitigen Erfüllung zu einem vereinbarten Zeitpunkt in der Zukunft. Erst nach mindestens drei Handelstagen treten die vereinbarten Bedingungen in Kraft. Üblicherweise sind diese Verträge für die zukünftigen Monate oder sogar Jahre abgemacht.
Auf diese Weise erhoffen sich Zulieferer und Abnehmer eine finanzielle Absicherung gegenüber starkschwankenden Preise. In der Praxis werden die Geschäfte auf dem Terminmarkt auch als „Cash Settlement“ bezeichnet. Dieses liegt daran, dass die Vertragsvereinbarungen ausschließlich finanziell abgewickelt werden, ohne dass eine physische Lieferung erfolgt.
Was ist der Unterschied zwischen Spotmarkt und Terminmarkt?
Im Gegensatz zum Spotmarkt, auf dem Strom in der Regel kurzfristig gehandelt wird, werden auf dem Terminmarkt langfristige Lieferverträge für Strom abgeschlossen. Diese können eine Laufzeit von bis zu einem Jahr umfassen und bieten die Möglichkeit, im Voraus zu planen. An einem Tag wird der Strom zu einem Festpreis für die Zukunft gekauft, was den Käufern eine Absicherung gegen Preisänderungen bietet.
Es sollte jedoch beachtet werden, dass die Preise auf dem Terminmarkt in der Regel mit einem Risikoaufschlag verbunden sind. Dies liegt daran, dass der Strom auch bei einer drastischen Änderung des Börsenpreises für einen längeren Zeitraum zu dem Festpreis geliefert wird. Wenn sich der Börsenpreis in eine Richtung entwickelt, mit der der Käufer nicht rechnet, kann dies für ihn nachteilig sein.
Was ist der Unterschied zwischen Day-Ahead- und Intraday-Markt?
Abbildung 2: Beispielhafter stündlicher Verlauf von Day-Ahead und Intraday Preisen an einem Tag
Mit den am Spotmarkt gehandelten Transaktionen kann der Stromhändler den eigenen Bilanzkreis jede 15 Minuten für den Folgetag ausgleichen. Auf dem Spotmarkt wir zwischen zwei Märkten unterschieden:
- Day-Ahead-Markt: Hier werden bspw. Stromgeschäfte für den morgigen Tag abgeschlossen. Für jede Stunde des Folgetags können Stromlieferungen versteigert und ersteigert werden. Dabei müssen die Gebote bis 12 Uhr auf dem Markt platziert worden sein. Aus Angebot und Nachfrage wird im Anschluss der Marktpreis für den Folgetag abgeleitet.
- Intraday-Markt: Energie wird kontinuierlich für den laufenden Tag gehandelt.
Gibt es Voraussetzungen für einen dynamischen Tarif?
Wer sich für einen dynamischen Stromtarif entscheidet, sollte sich ebenfalls einen intelligenten Stromzähler anschaffen. Mit einem sog. Smart Meter kann alle 15 Minuten der Stromverbrauch einer Abnahmestelle erfasst und übertragen werden.
Via Internet wird es automatisch an den Energielieferanten und den Netzbetreiber weitergeleitet.
Einige Energieanbieter bieten aber auch variable Stromtarife für Kundinnen und Kunden ohne Smart Meter an. Als Basis dafür dienen die monatlichen Verbrauchswerte und der durchschnittliche Börsenstrompreis. Die belieferten Haushalte müssen nur jeden Monat den Stand ihres analogen Zählers übermitteln. Die Abrechnung ist ungenauer und das Einsparpotenzial deutlich geringer.
Fazit
Ein Festpreistarif eignet sich vor allem für Unternehmen, die keine Flexibilität bei den Arbeitszeiten haben. Darunter fällt gewöhnlicherweise klassischer Schichtbetrieb, Gastronomie, Einzelhandel oder Büros, die exakt zu den teuren Hauptverkehrszeiten (tagsüber) Energie benötigen. Ebenfalls für Unternehmen, die eine strikte Budgetplanung benötigen, um kein unkalkulierbares finanzielles Risiko einzugehen. Hinzu kommen Betriebe, die aufgrund von mangelnden Ressourcen kein Energiemanagement betreiben können, um Preissignale an der Börse aktiv zu überwachen und darauf zu reagieren.
Ein dynamischer Spotmarkt-Tarif eignet sich für Unternehmen, die über hohe Flexibilität verfügen. Hierzu gehören Betriebe mit Prozessen, die sich zeitlich verschieben lassen (z. B. energieintensive Produktion, Kühlhäuser, die nachts vorkühlen können, oder das Laden einer E-Auto-Flotte am Wochenende). Besonders empfehlenswert ist es für Unternehmen die eigenen Speicher oder Erzeugungsanlagen besitzen, z.B. Photovoltaik-Anlagen, Batteriespeicher oder eigenen Blockheizkraftwerken (BHKW).
Für die Mehrheit der KMUs ohne flexible Lasten bleibt der Festpreistarif die sicherere und stressfreiere Wahl. Ein dynamischer Tarif wird für Unternehmen erst dann zum massiven Wettbewerbsvorteil, wenn sie ihren Verbrauch aktiv steuern können. Dementsprechend lassen sich dann die Beschaffungskosten im Vergleich zum Fixpreis drastisch senken.
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Quellen:
Was ist der Strom Spotmarkt (EPEX SPOT)? Einfach erklärt.
Festpreis vs. Spotpreis bei Strom & Gas – Was lohnt sich?
Strombeschaffungskosten fest/variabel?
Dynamischer Stromtarif 2026: Verbrauch optimieren und Geld sparen

